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02.+15.10.: Clockwork Orange in der Rottstraße

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Gleich vier Rollen spielt Tobias Amoriello in der aktuellen „young’n’rotten“-Produktion „Clockwork Orange“ an der Rottstraße.
Wobei man fast „spielte“ sagen muss, denn wer Tobias, der ein echt sensationeller „Scene Stealer“ in diesem Stück ist, noch ein allerletztes Mal in dieser schwungvollen Inszenierung bewundern will, muss sich beeilen: Tobias Amoriello ist schon auf dem Sprung nach Leipzig auf die Schauspielschule – und daher nur noch am 02. Oktober ein letztes Mal in „Clockwork Orange“ zu sehen.

Wer also als Zuschauer diese letzte Chance verstreichen lässt, muss sich halt beim nächsten Termin am 15. Oktober überraschen lassen, inwieweit sich das Besetzungskarussell bis dahin gedreht und wer dann welche Rolle übernommen hat.

Lohnen tut sich der Theaterbesuch freilich auch dann noch – entfernt sich das Stück doch insgesamt frischer- und frecherweise sowohl flott und weit von der seinerzeit von Kubrick doch sehr klug und kühl auf Kultfilm und „Instant Classsic“ kalkulierten Leinwandadaption als auch von der literarischen Vorlage, an der erstens inzwischen nicht nur der Zahn der Zeit deutlich genagt hat, sondern die zweitens, selbst nach Eigenaussage des Autoren Anthony Burgess, eigentlich von Anfang an allzu didaktisch war, um richtig gut zu sein.

Auf alle Fälle sehr erfrischend, wie hier in der Rottstraße unter der Regie von Maximilin Strestik, statt vor Ehrfurcht vor einem Kult-Klassiker zu erstarren, rasant, charmant, respektlos – und fast trashig kess und krass – mit der ollen Vorlage umgesprungen wird. Eine Inszenierung, in der die Pixies gespielt werden, kann so verkehrt eh nicht sein.

Mit viel Wahnwitz und Spielfreude nähert sich „Clockwork Orange“ mitunter fast munter der Komödie – es gibt überraschend viel zu lachen. Und das hoffentlich noch lange – selbst wenn am Ende „Ordinary Life“ von Ezra Furman am 02. Oktober zum letzten Mal von Tobias Amoriello gesungen werden wird. Sind wir nicht alle ein bisschen Ludwig Van?

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Clockwork Orange: Sonntag, 02., + Samstag, 15.10. (jeweils 19.30 Uhr), Rottstraße-5-Theater

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