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03.06.: Frank Goosens „Sommerfest“ im Prinzregenttheater

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Sommerfest Bochum cool

Foto: Sandra Schuck

Letzten Monat wurde eifrig gecastet, dieser Tage wird emsig gedreht, doch wer sich am 4. Juni die Premiere von „Sommerfest“ ankuckt, der sollte sich nicht wundern – oder Popcorn und Nachos vermissen. Denn: Wir sind hier nicht im Kino, Dirk, sondern im Theater. Im kleinen feinen Prinzregenttheater wohlgemerkt, wo Romy Schmidt den Roman von Frank Goosen eben nicht wie zeitgleich Sönke Wortmann auf die große Leinwand, sondern (als nunmehr siebte und letzte Premiere ihrer Start-Saison als Chefin des PRT) auf die hochverehrten Bühnenbretter hievt.

Für die Bühne bearbeitet hat die Romanvorlage erneut der bewährte Frank Weiß; auf die Bühne gestellt hat die ebenso bewährte Sandra Schuck dazu ein ziemlich großes, sagen wir mal: „Objekt“, das ebenso für die Bochumer Außenwelt wie für das Innenleben der Hauptfigur Stefan steht.

Denn, ja, die gleichzeitig stattfindenden Dreharbeiten für den Kinofilm legen es nahe: „Sommerfest“ spielt in Bochum, aber dennoch will das PRT nicht in Pott-Patriotismus und Lokalkolorit versinken. Die Geschichte um Ruhrgebietsheimkehrer Stefan, der, aus Bayern zurück in Bochum, vor allem seiner Vergangenheit nicht entkommen kann, könnte – bei  aller Heimatliebe – eben auch ganz woanders spielen.

Auf der Bühne stehen wird einer übrigens nicht. Sein Name ist Bigfoot. Und er ist der Hund, der sich auf obiges Foto verirrt hat – und der Hauptfigur Stefan dort einigermaßen nachdrücklich in den Nacken schnauft.

Die Hauptrolle spielt nämlich nicht Bigfoot, sondern Jost Grix. Den kennt man unter anderem aus dem Schauspielhaus – oder auch aus der Rottstraße, wo er zur Zeit im super-spannenden „Kissenmann“ zu sehen ist – oder auch, unter der Regie von Alexander Ritter, in „Einmal noch Marseille“ bejubelt wurde.

Besagter Alex Ritter, der sich zur Zeit ja auch für sein nächstes Kurzfilmprojekt „Rote Armee“ beim Stadtwerke-Sponsoring-Contest in den Ring wirft, war bislang ja sozusagen das einzige Bindeglied zwischen Prinzregent- und Rottstraßetheater (im PRT steht er ja im Dauerbrenner „Tschick“ auf der Bühne) und vermittelte neben dem Kontakt zu Jost Grix denn auch den zu Nermina Kukic, die in der Rottstraße zuletzt ihre tollkühne „Shades of Grey“-Lesung zelebriert hat, unter anderem aber auch ganz besonders auf ihren dortigen „Hopper“-Abend stolz sein kann.

In „Sommerfest“ ist Nermina Kukic nun zwar in mehreren Rollen zu sehen, vor allem aber als Charlie, denn schlauerweis hat Frank Weiß den Roman von allzuviel anekdotischem Allerlei befreit und hauptsächlich auf die Love Story zwischen Stefan und Charlie kondensiert und konzentriert.

Dritter im Schauspielbunde ist Thomas Kemper – im Gegensatz zu seinen beiden Kollegen dieser flotten Dreierbande kein neues Gesicht am Prinzregenttheater, sondern, ganz im Gegenteil, ein guter alter Bekannter: Immerhin läuft sein Erfolgsstück „Offene Zweierbeziehung“ im nächsten Jahr seit sage und schreibe zwanzig Jahren am PRT! Nichtsdestotrotz ist es auch für ihn die erste Zusammenarbeit mit Romy Schmidt an diesem Haus, so dass die Regisseurin hier tatsächlich mit allen drei Darstellern zum allersten Male kollaboriert.

Die Zuschauer dürfen freilich lachen, sich aber auch auf nachdenklich melancholische Momente freuen, und wer unlängst möglicherweise Frank Goosens leicht verunglückte „Raketenmännner“ am Theater Oberhausen gesehen haben sollte und daher weiß, wie man es wohl besser nicht macht, der sollte seine wertvolle Abendunterhaltung ruhig hoffnungsvoll erwartungsfsfroh in die Hände des Prinzregenttheaters legen. Vertrauen Sie dem PRT, es weiß, was es tut!

Premiere: Freitag, 03.06. (19.30 Uhr), Prinzregenttheater

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