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07.04.: Sandra Da Vina & Tobi Katze in der Kante

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tobi katze die leiden woerter goldkante

Keine Sorge, ganz so schlimm wie dieses mit meinem ollen Handy heimlich aus der Hüfte geschossene Bildchen war die Veranstaltung, die Sandra Da Vina und Tobi Katze da Anfang März erstmals im Zweierpack auf ihr Publikum losließen, natürlich nicht. Und sowieso war der Eintritt – wie immer in der Goldkante – freilich frei, und da hat man als geneigter Gast ja eh überhaupt nicht das Recht, sich irgendwie über irgendwas zu beschweren. Als Künstler hat man da andererseits aber natürlich das Recht, oder zumindet die voll krasse Möglichkeit, sich jedwede Form von Freiheit rauszunehmen, die man sich in der Mehrzweckhalle Bad Salzuflen beispielsweise möglicherweise lieber nicht rausnehmen möchte – was bei dieser augenscheinlich unter Alkoholeinfluss „Die Leiden der jungen Wörter“ benamsten Lesebühne denn auch bis zur allerhöchsten Unterhaltungsgrenze absolut schmerzfrei ausgereizt wurde. Anders geprochen: Leiden musste das Publikum unter den „Leiden der jungen Wörter“ nicht, und sogar ich persönlich, der ich normalerweise lieber heimlich Tapeten beim Vergilben betrachte, heimlich auf dem Herrenklo über den Unsinn des Lebens nachgrüble oder heimlich mit dem Handy schlimme Bilder aus der Hüfte schieße, wurde überraschenderweise mehrmals zum Schmunzeln gezwungen. Ehrlich gesagt, sogar zum Prusten. Oder anders gesagt: Leiden musste das Publikum nicht, aber es wurde gezwungen, an strategisch wichtigen Punkten literarisch wertvoller Pointen mit der Flöte zu flöten und der Rassel zu rasseln. Oder den beiden Schlawinern / Schlawinner*innen da vorne am Lesetisch bezaubernde Wörter wie Tapir zuzurufen. Oder Tapern. Oder Kapern. Bezaubernde Wörter, die dann wie von Zauberhand in ein geradezu literaturnobelpreisverdächtiges Stück zeitgenössischer Belletristik verstrickt wurden. Und wie man auf dem schlechten Bildchen da oben vielleicht sogar erkennen kann, ward am Ende des Mega-Events gar ein Zylinder hervorgezaubert und durch die jauchzende, jubelnde, johlende Menge herumgereicht, in den der ein oder andere Anwesende sicher gern seine zwei Cent hineingeworfen hat. Oder anders gesagt: ein voller Erfolg von epischen, poetischen und prosaischen Aumaßen. Und wer jetzt immer noch denkt, na, da hab ich ja wohl nix verpasst, der hat nächsten Monat noch mal die Gelegenheit, das gleiche zu denken. Denn, neue Leiden, neues Glück, Sandra Da Vina und Tobi Katze kommen zurück: Denn sie wissen (zwar noch) nicht, was sie tun, aber aufgrund dieses vollen Erfolges gibt sich das Zweierpack zum zweiten Mal die Kante. Und ich mir natürlich auch!

Donnerstag, 07.04. (20 Uhr), Goldkante

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