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15.10.: Eye Contact Experiment

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„Die Augen sind die Fenster zur Seele“ flüsterte mir als Kind einst der Märchenerzähler einer „Pinocchio“-Platte von Europa zu, und egal, ob dieser Aphorismus nun ursprünglich von Hildegard von Bingen oder Leonardo da Vinci stammt, vielleicht ist die Angst vor dem Blick in die seelischen Abgründe des Anderen ja tatsächlich der Grund dafür, dass so vielen Menschen davor bange ist, ihrem Gegenüber allzu lang in die Glubscher zu glotzen. Wer also Probleme damit hat, andererleuts Pupillen fest zu fixieren, der hat nun die einmalige Gelegenheit zur öffentlichen Konfrontationstherapie: The World’s Biggest Eye Contact Experiment geht, wie der Name schon sagt, weltweit über die Bühnen bzw. die Bahnhofsvorplätze, in Bochum am 15. Oktober auf der Huestraße.

Dass die Veranstaltung am Donnerstagnachmittag stattfindet, ist freilich besser als am Sonntagvormittag, wenn die Äuglein noch von Samstagnacht gerötet und umrandet sind, oder als am Montagmorgen, wenn sie sich arg übermüdet gar nicht erst öffnen wollen.

In Bochum organisiert Manuel Fritsch, der unter anderem oft und gerne an fremde Menschen „Free Hugs“ verteilt und die „Move Meta-Bewegung für Selbstliebe“ ins internationale Leben rufen möchte, das Großereignis, das die Frage „Wo ist die menschliche Verbundenheit hin?“ ohne viele Worte mit jeweils einer Minute intensiven Augenkontakts stellen und womöglich gar beantworten will.

Wer also mal minutenlang „unter vier Augen“ still am Bochumer Hauptbahnhof stehen will, der kann Hulahoop-Reifen oder Kreide mitbringen, um sich sein Plätzchen zu sichern; wer lieber sitzt, kommt halt mit Decke, Kissen oder Isomatte. Schilder sind freilich auch gern gesehen, denn das halbesoterisch hippieske Event atmet den Spirit von Liebe, Frieden und menschlicher Verbundenheit und wird natürlich mitgefilmt, um am Ende von Bochum aus eine innige Videobotschaft für die Möglichkeit einer Insel aus zwischenmenschlicher Beziehungsfähigkeit und Völkerverständigung an der Verkehrsverbindung in die weite Welt hinauszusenden. Aug in Aug, Hand in Hand, bitte nicht blinzeln, man kann ja mal kucken.

Donnerstag, 15.10. (16–19 Uhr), Huestraße (gegenüber dem Hauptbahnhof)

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