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18.03.: Tender Napalm von Philip Ridley

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1990 war das Jahr, in dem David Lynch mit „Wild at Heart“ der Kino- und mit „Twin Peaks“ der Fernsehlandschaft weltenverändernd seinen Stempel aufdrückte. 1990 war aber auch das Jahr, in dem ein anderer Regisseur mit einem anderen Film, der in vielerlei Hinsicht den faszinierend mysteriösen Geist von David Lynch atmete oder wiederspiegelte, leider arg sanglos in dessen übergroß düsterem Schatten unterging. „The Reflecting Skin“ („Schrei in der Stille“) blieb in der subkulturellen Avantgarde- und Arthousenische stecken und Philip Ridley mit seinem kleinen feinen Debütfilm leider der ganz große Durchbruch verwehrt. Nur noch zweimal meldete sich Ridley daraufhin als Filmregisseur zu Wort, drehte 1995 „The Passion of Darkly Noon“ und 2009 „Heartless“, konnte dabei aber auch beide Male nicht so recht jene Erwartungen erfüllen, die sein Erstlingsfilm einst geweckt hatte – die Streifen wurden kommerzielle Flops und auch in ihrer Vermarktung äußerst stiefmüttlerlich behandelt (was man schon daran erkennen kann, dass der Name des „Darkly Noon“-Darstellers Brendan Fraser auf dem Cover der deutschen DVD falsch geschrieben wurde): Als Freund der abseitig absurderen Kinokunst hat man es im internationalen Filmgeschäft halt nicht leicht. Und so wie Christoph Schlingensief seinerzeit seine Passion und Leidenschaft vom Filmemachen aufs Theatermachen verlagerte, so widmete sich auch Philip Ridley nun fortan eben nicht mehr der Leinwand, sondern der Bühne. Am Samstag, den 18. März, ist Ridleys Stück „Tender Napalm“ als deutschsprachige Erstaufführung im Prinzregenttheater zu sehen. Mit Gewalt und Leidenschaft muss gerechnet werden, und damit, dass Corinna Pohlmann („Helden“) und „Spamalot“-am-Schauspielhaus-Star Ronny Miersch ganz schön „Wild at Heart“ sind. Ich bin gespannt.

„Tender Napalm“-Premiere: Samstag, 18.03. (19.30 Uhr) Prinzregenttheater

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