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23.10.: Der Tod und das Mädchen in der Rottstraße

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Foto:Sabine Michalak

Vor über zwanzig Jahren hat Roman Polanski „Der Tod und das Mädchen“ fürs Kino adaptiert, vor über zwei Jahren hat Alexander Ritter „Der Tod und das Mädchen“ in der Rottstraße inszeniert. In der Verfilmung mit Sigourney Weaver, Ben Kingsley und Stuart Wilson besetzt, braucht sich das Darstellertrio im Rottstraße-Theater natürlich keinesfalls vor diesen prominenten Namen zu verstecken: Für Jessica Maria Garbe hat jüngst Denise Rech die vielschichtige Rolle der labilen Paulina übernommen, die (in einem nicht näher definierten zentralamerikanischen Land nach dem Ende der Diktatur) eines Nachts ihren vermeintlichen ehemaligen Folterer gefangennimmt. Wer Denise Rech unlängt noch als „Nero“ in ihrer beeindruckenden Solo-Show gesehen hat, der hat jenen Abend sicherlich noch sehr gut in Erinnerung. Als Paulina in „Der Tod und das Mädchen“ wird sie jetzt unablässig von den Geistern der Vergangenheit verfolgt, wirkt mal verwirrt, mal verrückt, immer verzweifelt – und lässt nicht nur den Zuschauer im Unklaren, ob jener fremde Mann (Jost Grix), den sie da in ihrem Haus festhält, fesselt und zu einem Schuldeingeständnis zwingen will, wirklich und wahrhaftig der Täter von damals ist oder vielleicht doch unschuldig, sondern auch ihren zerrissenen Ehemann (Felix Lampert) – wobei sich auch in der Beziehung zwischen den beiden Eheleuten im Laufe der Handlung der ein oder andere lang verdrängte Abgrund auftut. Krimi und Kammerspiel, Politthriller und Pychodrama: Ariel Dorfmanns Theaterstück ist und bleibt kein leichter, aber lohnender und ebenso intensiver wie intelligenter Stoff – ob nun bei Roman Polanski oder Alexander Ritter.

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Foto:Sabine Michalak

Der Tod und das Mädchen: Sonntag, 23.10. (19.30 Uhr), Rottstraße-5-Theater

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