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22.10.: Penthesilea-Premiere in der Rottstraße

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Kriege und Triebe, Liebe und Hiebe: Mit dem sagenumwaberten Thema Troja beschäftigt sich das Rottstraße-5-Theater ja schon seit seiner Geburtsstunde, also seit der nahezu ebenso sagenumwaberten Zeit, als hier noch Arne Nobel als Odysseus rumturnte.
Ein Wunder also fast, dass es der Penthesilea-Stoff bislang noch nicht auf die Rottstraßen-Bühne geschafft hat.

Auch an Kleist herrscht in Bochum wahrlich kein Mangel: Während im Prinzregenttheater derzeit sein „Michael Kohlhaas“ über die Bühne brettert, füllt im Schauspielhaus derweil nicht nur sein „zerbrochener Krug“ die Kammerspiele – Lisa Nielebock inszenierte dort sowohl zuletzt Kleists „Amphitryon“ als eben auch (das ist allerdings schon etwas länger her) seine „Penthesilea“.

Die Penthesilea der Rottstraße indes ist jetzt die One-Woman-Show einer einzigen Schauspielerin, und da ist auch gut so, denn wenn am Theater leider irgendwo immer noch ein Mangel besteht, dann an Solo-Stücken für starke Frauen – zumal hier im Rottstraße-Theater leider auch der furiose „Nero“-Abend mit Denise Rech nunmehr endgültig aus- und abgespielt ist.

Als Koproduktion mit dem Zimmertheater Tübingen feierte „Penthesilea“ in Tübingen übrigens schon Anfang Oktober Premiere, für die Bochumer Premiere muss die Inszenierung mit Agnes Decker und fünf Kassettenrekordern nun noch ein wenig dem ganz besonderen Flair des Aufführungsortes Rottstraße angepasst werden.

Und während Kleist sein Werk einst hoffnungsvoll an Goethe sandte, dem Meister in Weimar aber eine Amazonin, die einerseits zu wunderschönen Liebesworten zum angebeteten Achill, andererseits allerdings aber auch zu Kannibalismus fähig ist, nicht so recht gefallen mochte (so dass die Tragödie erst 65 Jahre nach Kleists Selbstmord uraufgeführt wurde), möge Agnes Decker und ihrem Regissseur Moritz Peters hier und heute bitte sofort ein ebenso einmaliger wie eigenwilliger Erfolg gelingen.

Zwischen Liebeswahn und Kriegslust, Todeswahn und Mordlust, Erotik und Eroberung, dürfte dieser intensive Höhepunkt des trojanischen Kriegs jedenfalls nicht nur für Agnes Decker als Amazonenkönigin eine Herausforderung darstellen, sondern auch fürs Publikum ein nachhaltig eindrucksvolles Erlebnis bieten – eindringlich, aufregend, und vielleicht schon bald sagenumwabert.

Denn ob zu den Zeiten von Troja, von Kleist oder von heute – es bleibt dabei: Love is a Battlefield!

Penthesilea: Samstag, 22.10. (19.30 Uhr), Rottstraße-5-Theater

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