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Das kostet die Deutsche Pop

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Wie ich hier unlängst ja zufällig auf einer Bus-Werbung lesen konnte, kriegt Bochum ab April neben dem Popinstitut der Folkwang an der Prinzregentstraße und dem SAE-Institut am Springerplatz tatsächlich eine dritte „Akademie“, die sich um den aufstrebenden Nachwuchs im Pop-, Kultur- und Mediengeschäft kümmern will: Die Deutsche Pop (Akademie).

Ich war in den Räumlichkeiten im Kortumhaus und habe folgende Punkte in Erfahrung gebracht:

1.: Man braucht kein Abi, um dort einen Bachelor zu machen.

2.: Man kann den Bachelor hier in Bochum „nur so halb“ machen. Einmal im Monat muss man in seinem Bachelorjahr (siehe Punkt 4) auf jeden Fall „von hier aus“ übers Wochenende in die größeren Pop-Standorte nach Berlin, Wien und Köln reisen, um dann dort am Unterricht (von freiberuflichen Dozenten) teilzunehmen.

2.: Doch zuerst macht man hier im kleinen Bochum erst einmal sogenannte Einzelkurse. Jeder Einzelkurs dauert ein halbes Jahr. Es gibt hier zig Einzelkurse von „Modezeichner“ und „Studio-Musiker“ über „Fitness Coach“ und „Health Care Manager“ bis hin zu „Moderator“ und „Theater-Improvisateur“. Für jeden bestandenen Einzelkurs bekommt man ein sogenanntes „Zertifikat“ (ab einem Prüfungsergebnis von 70%) oder immerhin eine „Teilahmebescheinigung“ (bei einem Prüfungsergebnis unter 70%).
Ein Einzelkurs kostet 1.998 Euro.

3.: Will man ein sogenanntes „Diploma“ bekommen, muss man drei bis sechs Einzelkurse belegen und die zugehörigen „Zertifikate“ sammeln.
Erstes Beispiel: Um das Diploma „Komponist“ zu kriegen, muss man die drei Zertifikate der aufeinander aufbauenden Einzelkurse „Musikassistent“, „Musikkomponist“ und „Arrangeur“ erwerben.
Drei Halbjahre machen anderthalb Jahre. Drei Einzelkurse à 1.998 Euro machen 5.994 Euro. Dann ist man „Komponist“.

Zweites Beispiel: Um das Diploma „Kameramann / Cutter“ zu kriegen, muss man die vier Zertifikate der aufeinander aufbauenden Einzelkurse „Kamerassistent“ und „Kameramann“ sowie der aufeinander aufbauenden Einzelkurse „Filmeditor“ und „Cutter“ erwerben. Hat man nix besseres zu tun, macht man pro Semester zwei Einzelkurse parallel. Macht alles in allem also ein Jahr und geht somit recht schnell. Die vier Einzelkurse à 1.998 Euro machen allerdings 7.992 Euro. Dann ist man „Kameramann / Cutter“.
Drittes Beispiel: Um das Diploma „Musikproduzent“ zu kriegen, muss man muss man die sechs Zertifikate der Einzelkurse „Musikassistent“, „Projektmanager“ und „Musikmanager“ sowie „Tonassistent“, „Tontechniker“ und „Technischer Tonmeister“ erwerben. Das kann man in drei Halbjahren, also in anderthalb Jahren schaffen.
Die sechs Einzelkurse à 1.998 Euro kosten 11.988 Euro. Dafür hat man dann sein „Diploma“ als „Musikproduzent“.

4.: Hat man nun ein solches „Diploma“ in der Tasche, kann man in bestimmten Fällen und Fächern noch ein „Bachelorjahr“ dranhängen. Wie gesagt, muss man dann allerdings auch jeden Monat nach Berlin, Wien oder Köln reisen.
Ein Semester kostet 3.996 Euro, das ganze „Bachelorjahr“ also ganze 7.992 Euro.
Bleiben wir beim letzten „Diploma“-Beispiel, denn um einen „Bachelor“ zu machen, muss man auf alle Fälle zuvor ein „Diploma“ aus sechs Einzelkursen absolviert, also sechs Zertifikate verliehen bekommen haben: Hat man also erst sein „Musikproduzent“-Diploma für 11.988 Euro erworben und macht dann noch seinen Bachelor als „Music Technology Specialist“, kostet der Spaß 19.980 Euro.

5.: Neben erwähntem „Music Technology Specialist“-Bachelor kann man für 19.980 Euro (in zweieinhalb Jahren) aber auch Bachelor in „Music Managment“, „Graphic Design“, „Photography“ und „Fashion & Textile“ werden.
Der Bachelor wird einem von der „University of West London“ zertifiziert. Nach London muss man dafür aber nicht.

P.S.: Abhängig, davon, ob man die ganzen Einzelkurs- und Bachelorgebühren monatlich in Raten oder alles insgesamt im voraus bezahlt, können die Kosten von erwähnten 19.980 Euro noch abweichen, aber ich denke, ich konnte einen kleinen Eindruck vermitteln, wohin die Reise so ungefähr geht. Die Deutsche Pop empfiehlt einen Kredit bei der Targobank.

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