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„Desire Will Set You Free“ mit Tim-Fabian Hoffmann

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Nun gut, an die besten Filme seines allzu offensichtlichen Vorbilds Gregg Araki (also beispielsweise „Nowhere“) kommt „Desire Will Set You Free“ nicht wirklich ran, dazu sind die zum Teil sekundenkurzen Auftritte von Nina Hagen und Blixa Bargeld, Sookee und Peaches, Rummelsnuff und Rosa von Praunheim denn auch weniger stimmig als selbstzweckhaft, dienen also wohl weniger einer kohärenten Story als dazu, ein kleines bisschen Sternenglanz und -glitzer über den mit mikrospkopisch mickrigem Budget gedrehten Hauptstadttrubel zu streuseln. Berlin ist dann halt doch nicht L.A., und bei vielen Szenen befremdet zudem, dass trotz allerlei wilden Tanz’n’Treibens durch diverse Klubs und Kaschemmen draußen immer hellstes Tageslicht zu scheinen scheint, aber vielleicht spielen die Bands da drüben in Berlin ja auch ganz gern um zwei Uhr nachmittags ihre Konzerte (oder man hat bei der Nachbearbeitung einfach die „amerikanische Nacht“ vergessen). Wie auch immer, sich selbst in einer der beiden Hauptrollen zu besetzen, erscheint vermutlich auch nur Regissseur Yony Leyser selber schlüssig, zumal der andere Hauptdarsteller, nämlich Tim-Fabian Hoffmann schauspielerisch nicht nur eben jenen Yony Leyser, sondern auch die meisten anderen Kollegen jener kunterbunten Darstellerriege, die da munter zwischen halbwegs professionell und holpriger Laiensspielschar hin und her mäandert, locker in den Schatten der hier ja ewig scheinenden Sonne stellt. The Sun always shines in Berlin – und scheinen tut eben auch Tim-Fabian Hoffmann, der leuchtende „Desire“Star, den man hier in Bochum vor allem aus der Rottstraße („Schutt“„Othello“„Kissenmann“), aber ja auch aus dem Schauspielhaus („Co-Starring“) kennt. Tim-Fabian war top, fabelhaft und eine wohltuende Konstante in einem insgesamt zwar sehr kurzweiligen und ambitionierten Filmchen, das sich allerdings bisweilen zwischen arg aufgesetzt gestelzter Künstlichkeit und plötzlich um Realismus bemühten Doku-Anwandlungen zu verlieren und verfransen droht. 

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