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„Heimatminister“ macht Bock auf Baun in Bochum

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18.04.2016: „Wir wollen bauen!“ stellt Thomas Eiskirch klar. Er hat veschiedenste Akteure für Planen, Bauen und Finanzieren zur zweiten Investorenkonferenz ins Museum eingeladen. Die beschäftigt sich diesmal vor allem mit dem sozialen Wohnungsbau. NRW-Bauminister Michael Groschek freut sich: „In Sachen Wohnungsbauförderung ist Bochum endlich vom Absteiger zum Aufsteiger geworden!“

Von Panama nach Wiemelhausen: Wenn die dubiosen Wege, sein Geld irgendwo im Ausland hochprofitabel anzulegen, mittlerweile erschwert werden, kann man doch besser in Bochumer Bauprojekte und Sozialwohnungen investieren, wird launig gescherzt.
Das Geld ist ja da. Auch Landesmittel in Höhe von zehn Millionen Euro stehen zur Verfügung, und während diese stolze Summe in den letzten Jahren mitunter gar nicht ausgeschöpft wurde, sieht es dieses Jahr anders aus – Thomas Eiskirch hat das Thema zur „Chefsache“ gemacht, will eine „Wohnungsbauoffensive“ und die „Neubaulust verstetigen“ und träumt insgeheim schon von einem Nachschlag bei den Landesmitteln: Denn während hier zuletzt nur rund 350 neue Wohneinheiten pro Jahr gebaut wurden, sollen in Bochum zukünftig mindestens doppelt so viele entstehen.

Zumal sich die Investoren beim geförderten sozialen Wohnungsbau in Bochum wohl keinerlei Sorgen machen müssen, hier geeignete Mieter zu finden: Über die Hälfte aller Bochumer ist berechtigt, in einer Sozialwohnung zu leben.

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„Mike“ Groschek, offiziell „Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr“ war jedenfalls guter Dinge und ansteckend optimistisch, träumt und spricht von seiner Behörde lieber ungewöhnlich gefühlvoll als von einem echten NRW-„Heimatministerium“, sieht grade in Bochum große Pläne, Projekte und Perspektiven am Start, sieht und beschreibt hier die „Herausforderung der Heimatverortung“, nennt es „Sehnsuchtsverortung“, und meint damit unter anderem, dass Stadtteilförderung und Wohnbauförderung Hand in Hand gehen, Standortentwicklung und Wohnungsbauentwicklung eine Art von Aufgehobenheit und Geborgenheit, von Zusammenhalt und sozialem Netz direkt in der „Nachbarschaft“ bilden und binden müssen – sozusagen vor Ort im „Quartier“, im „Kiez“, im „Village“, dem Mikrokosmos in der Metropole, der auch selbstgewählte und selbstgestaltete „Familie“ sein kann: Beispielsweise müsse es Bochum als „Schule der Nation“ schaffen, seine 40.000 Studenten, die größtenteils ja leider immer noch Pendler sind, hier dauerhaft in der Stadt „zuhause“ zu halten, sie auch vermehrt in die Innenstadt zu locken –
und sie davon zu überzeugen, ihre „Heimat vor der Haustür“ zu finden und in Bochum Wurzeln zu schlagen.

„Mike“ Groschek hat nicht nur schon eine Zusammenarbeit der Stadtplaner von der TU Dortmund und den Geografen der Ruhruni Bochum als neues „Zentrum für wissenschaftliche Heimatkunde“ vor Augen, nein, er will mit beschleunigten Baugenehmigungsverfahren auch den Weg möglichst zügig frei machen für alles mögliche, was da kommen mag.
Das ging ja nicht nur ganz fix beim Neubau der Vonovia-Zentrale – auch in Sachen „Flüchtlingsthematik“ habe man zuletzt gelernt, dass das, was wirklich wichtig ist, Standsicherheit und Brandschutz sind, und vieles andere einfach vereinfacht werden kann.
Statt der sogenannten „Quartiersförderung“ heißt es demnächst also „Wir fördern Heimat“ – auch und grade durch ebenso preisgünstige wie attraktive Sozialwohnungen. 
„Wir wollen mehr bauen!“ wiederholt Thomas Eiskirch – und betont noch einmal die allseitige Aufbruchstimmung. Und wir, wir sind mal gespannt …

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