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Orchesterakademie im Musikforum

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Seit nunmehr dreizehn Jahren studieren bei der Bochumer Orchesterakademie jeweils in der Woche nach Ostern Jugendliche im Alter von dreizehn bis dreiundzwanzig, ach, mitunter auch im Alter von zwölf bis vierundzwanzig Jahren, ein äußerst anspruchsvolles Konzertprogramm ein – in diesem Jahr zum allerersten Mal in den schönen neuen Räumlichkeiten des Anneliese Brost Musikforums Ruhr! Als erster Dirigent in dreizehn Jahren zum nunmehr zweiten Mal dabei ist Karsten Januschke, der im Team mit Mitgliedern der Bochumer Symphoniker innerhalb einer einzigartig intensiven Probenwoche rund achtzig Jugendliche aus aller Welt zu einem geschmeidig fein funktionierenden Orchester und zu einem insgesamt beeindruckend wunderbar klingenden Klangkörper zusammenwachsen lässt.

Die jungen Teilnehmer dieses einwöchigen „Workshops“ kommen nämlich nicht nur aus Bochum, nicht nur aus ganz Deutschland, nein, auch aus Spanien und Albanien sind Jugendliche angereist – und auf dem Weg in deutsche Lande mitunter zum ersten Mal im Leben geflogen. Rund dreißig von ihnen sind in der Jugendherberge direkt neben dem Musikforum untergebracht, andere in Gastfamilien (ja, ein paar „Heimschläfer“ gibt es auch) – und selbst nach den ebenso anstrengenden und aufreibenden wie aufregenden und anregenden neun Stunden Proben pro Tag, die stets bis 21 Uhr abends gehen, bleibt für die meisten doch noch ein kleines bisschen Zeit, um auszugehen und die Bochumer Welt außerhalb des Musikforums, und da vor allem das Bermuda3eck, eingehend zu erkunden.

Vorgenommen hat man sich in diesem Jahr zwei durchaus schwere Brocken: Edvard Grieg (Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16) und Dmitri Schostakowitsch (Symphonie Nr. 1 op. 10), wobei sich vor allem an letzterem ja auch angesehene Profi-Orchester wie die Berliner Symphoniker mitunter durchaus die (harten Stoff gewohnten) Zähne ausbeißen – keine leichte Aufgabe also für den engagierten Nachwuchs. Dirigent Karsten Januschke aber freut sich, junge Musiker bei einer solchen Herausforderung nun schon zum zweiten Mal ebenso unterstützen und fördern zu dürfen – wie eben auch fordern zu können. Und so manches Mitglied der Bochumer Symphoniker, das hier als Dozent sein Wissen und somit so manchen Tipp und Trick an die ebenso interessierten wie konzentrierten jugendlichen Teilnehmer weitergeben kann und zusammen mit ihnen dem großen Auftritt am Ende der erschöpfenden Woche entgegenfiebert, entdeckt bei der Arbeit mit und in dieser bunt gemischten jungen Orchesterakademie eben jene mitreißende Art von Begeisterung, jene erfrischende Form von Leidenschaft wieder, die im Laufe eines langen Musikerlebens manchmal womöglich ein kleinwenig verlorengehen kann. Neu Musik erleben als frischer Wind im Musikerleben!

Schon bei den Proben spürt man jedenfalls förmlich, wie sprühend hier die musikalischen Funken fliegen und am Sonntag auch aufs große Publikum überspringen werden – nach so viel Proben wird das Publikum toben: Das allseits lampenfiebrig heiß erwartete Abschlusskonzert mit Schostakowitsch und Grieg findet am Sonntag, den 23. April 2017, im Anneliese Brost Musikforum Ruhr statt – und wer im nächsten Jahr nach Ostern bei der einwöchigen Orchesterakademie mitmachen will, dem sei gesagt: Vor allem Bratschisten werden immer gesucht!

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