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Podiumsdiskussion über Kirche & Kultur

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Lustig, dass mir ausgerechnet so kurz vor der bevorstehenden Eröffnung des neuen Anneliese Brost Musikforums Ruhr hier und heute diese beiden fast vergessenen Fotos einer Podiumsdiskussion in die Hände fallen, bei der vor einigen Wochen über das Verhältnis von Kirche und Kultur sinniert und disputiert wurde. Dabei sprachen unter anderem der ehemalige Bochumer Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber, die Pfarrerin Ellen Stratmann-von Soosten, der freie Journalist Honke Rambow, die Welt-Redakteurin Cristiane Hofmans und Stadtplaner Andreas Bentler nicht nur über die Umwidmung und Umtaufung besagter Marienkirche zum Musikforum (die dabei eben auch ihren ehrwürdigen alten Namen verloren hat), sondern erörterten auch allerlei andere Verbindungsmöglichkeiten von Kirchenschiff und öffentlichem Raum – von denen ja grade Bochum einige Varianten zu bieten hat: Sei es, dass im sogenannten „Dom“ der Großraumdisco „Prater“ einstmals echte Kirchenfenster eingebaut wurden – sei es, dass in der Christ-König-Kirche am Steinring unter dem Motto „KICK: Kunst in Christ-König“ regelmäßig Ausstellungen stattfinden. Stattgefunden hat diese Podiumsdikussion hier jedenfalls in der Christuskirche, deren Pfarrer Thomas Wessel (rechts im Bild) sich jahrelang persönlich für den Platz des Europäischen Versprechens eingesetzt hat und momentan auch ohne eigene Gemeinde zu besonderen Anlässen immer noch Gedenkgottesdienste in der Christuskirche verrichtet – der auf der anderen Seite aber bei all den zahlreichen Konzerten, die mittlerweile hier stattfinden, auch immer mal wieder mit Musikern zu kämpfen hat, die nur sehr ungern unter einem von der Wand prangenden großen christlichen Kreuz auftreten mögen (selbst wenn die Anwesenheit dieses Kreuzes zuvor sogar in den jeweiligen Verträgen mit den Künstlern explizit abgemacht wurde). Es ist halt ein Kreuz mit dem Kreuz – und damit demnächst nicht jeder alte Altar in einer neuen Großraumdisco landet, wird angesichts etlicher bevorstehender Kirchenschließungen in Zukunft genauso wie über Gott und die Welt wohl auch über das Thema Kirche und Kultur noch öfter bis endlos zu debattieren sein. 

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One Comment

  1. Also, Dirk: Erstens prangt es nicht, das Kreuz in der Christuskirche, es steht. Zweitens ist es nicht groß, sondern 1,50 m klein. Drittens tritt niemand „unter“ ihm auf, sondern davor. Und viertens hat jeder, der in einer Kirche spielen will, um dann festzustellen, dass er in einer Kirche spielt, aber nicht in einer Kirche spielen will, definitiv einen an der Waffel.

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