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Treffpunkt Asyl: Kundgebung vorm Rathaus

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18.02.2016:
Es war ein ebenso berührender wie beklemmender Moment, als heute nachmittag vor dem Bochumer Rathaus ein junger Medizinstudent aus Syrien plötzlich ganz spontan John Lennons „Imagine“ ins Mikrofon sang.
Denn nichts scheint heute weiter von der harten Realität entfernt zu sein als solcherlei hippieske Träumereien.
Um Bochums Politiker direkt vor ihrer nachmittäglichen Ratssitzung noch einmal mit dieser harten Realität zu konfrontieren, hatte die Gruppe „Treffpunkt Asyl“ heute zu einer Kundgebung gerufen.
Begonnen wurde diese Kundgebung mit einer Schweigeminute für einen anderen jungen Syrer, nämlich jenem, der sich vor einer Woche in einer Flüchtlingsunterkunft in Bochum-Wattenscheid das Leben genommen hatte.

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Gefordert wurde von „Treffpunkt Asyl“ unter anderem der sofortige Einstieg in eine andere Wohnungspolitik, die eine dezentrale Unterbringung der Geflüchteten möglich macht, sowie ein Sofortprogramm für die massive Verbesserung der sozialarbeiterischen Betreuung und die therapeutische Begleitung von Schutzssuchenden. Zudem sollten Arbeiten, die in der Verantwortung der Stadt liegen, nicht weiterhin oder sogar zunehmend auf Ehrenamtliche abgeschoben werden.

„Menschenwürde ist unteilbar!“ – doch die Lebenssituation jener Menschen, die vor Gewalt, Verfolgung und Krieg nach Deutschland geflohen sind, und hier in Bochum in Turnhallen oder Industriezelten – ohne Privatsphäre, aber mit ständiger Unruhe – unter anderem auch mit ihrer Angst um zurückgelassene Familienmitglieder und vor drohender Abschiebung zu ringen haben, ist auf Dauer unerträglich. Und wird sich, so die Befürchtungen, durch die Pläne der Stadtverwaltung, die Unterkünfte schon bald von externen Trägern betreiben zu lassen, möglicherweise noch verschlimmern: „Ein Leben in Würde für alle, verdammt nochmal!“

Doch lassen wir zum Schluss lieber noch einmal den jungen Sänger und den alten John Lennon zu Wort kommen, und mit diesem Foto hier schließen – und somit mit einem kleinen positiven Fünkchen hippiesker Hoffnung gegen jede Diskriminierung:
„You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one, I hope someday you’ll join us, and the world will live as one.“

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