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Urteil: 500 Euro Bußgeld fürs Tanzen am Gründonnerstag

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07.04.2016: Während dieses Jahr an Karfreitag erstaunlicherweise niemand von der Stadt im Riff aufgetaucht ist, um ein Bußgeld für die öffentliche Filmvorführung vom „Leben des Brian“ zu verhängen, hatte das Riff im letzten Jahr leider weniger Glück.
Allerdings nicht am Karfreitag, sondern am Gründonnerstag.

Das Tanzen ist nämlich – um den sogenannten „stillen Feiertag“ Karfreitag herum – hier in NRW vom frühen Gründonnerstagabend (18 Uhr) bis zum frühen Karsamstagmorgen (6 Uhr) verboten. Weswegen allen Clubs und Discos hier auch gleich zwei Tage (bzw. Tanznächte am Donnerstag UND Freitag) fehlen. Anders übrigens als in anderen Bundesländern. So ist das Tanzen in Bremen beispielsweise nur am Karfreitag selbst, und dann auch nur von 6 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, verboten.
So müssen dort in Bremen eigentlich weder am Donnerstag noch am Freitag Partys ausfallen.

Während sich jahrzehntelang in Bochum dennoch kaum jemand darum kümmerte, also von Amts wegen kulanterweise durchaus dauerhaft ein Auge zugedrückt wurde, wie Riff-Eigentümer Leo Bauer (zweiter von links) aus guten alten Zeiten zu berichten weiß, hatte das Riff 2015 zum zweiten Mal in Folge Pech: Riff-Schichtleiter Alexander „Sascha“ Schippmann (links im Bild) war grad im Dienst, insofern greifbar vor Ort, konkret verantwortlich und daher heute im Amtsgericht auch der konkret Beschuldigte, dem jetzt ein Bußgeld von 1000 Euro aufgebrummt werden sollte. Doch anders als 2014, als man das damals veranschlagte Bußgeld von 750 Euro einfach zähneknirschend bezahlte, wollte man die 1000 Euro von 2015 diesmal nicht so einfach auf sich sitzen lassen.

Dank seines ihn vertretenden Anwalts Til Heene (dritter von links), den man musikalisch in Bochum übrigens auch als echten „Sauhund“ kennt, und einer sehr verständnisvollen Richterin, die das vermaledeite veraltete Feiertagsgesetz ihrerseits ja nun leider auch nicht ändern kann, wurde das Bußgeld heut morgen allerdings kurzerhand halbiert:
500 Euro Bußgeld sollten nun also reichen fürs verbotene Tanzen im Dreieck.

Leo Bauer indes geht es weniger ums Geld, sondern ums Prinzip: Das NRW-Feiertagsgesetz ist nicht mehr zeitgemäß.

Zusammen mit Mandra-Macher Dirk „Brösel“ Steinbrecher (dritter von rechts) und Riff-Geschäftsführer Maicel Hildebrandt (zweiter von rechts) beschloss man beim „Käffchen danach“, direkt in der Kantine des Amtsgerichts, auf alle Fälle erst einmal innerhalb einer Woche erneut Widerspruch einzulegen, und sich dann in aller Ruhe weitere Schritte in der Sache zu überlegen.

Das findet freilich auch Martin Budich (auf dem Foto in der Mitte) von der Initiative „Religionsfrei im Revier“ gut. Der will das NRW-Feiertagsgesetz ja schon seit langem refomiert sehen. Und nächstes Jahr natürlich wieder das „Leben des Brian“ zeigen.

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